Leitbild


Menschen sind soziale Wesen die den Wunsch nach Teilhabe und Gemeinschaft verspüren. In unserer aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung bekommen unsere sozialen Systeme ein neues Gesicht und an vielen Stellen eine andere Bedeutung. Vielerorts zählt alleine der Leistungsgedanke und das Streben nach kurzfristiger Aufmerksamkeit. Zunehmende Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Teilhabe führen zu einer Marginalisierung derer, denen diese Rolle nicht im erforderlichen Umfang einzunehmen gelingt. Die Westfälische Praxis fühlt sich insbeson-dere den Menschen verpflichtet, die in ihrer Lebenssituation aus unterschiedlichen Gründen diese Funktionalität nicht ausreichend umsetzen können und ohne unterstützende Hilfe ihr Leben in dieser Gesellschaft nicht mehr bewältigen können. Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch ungenutzte Potentiale, Ressourcen und Resilienzen in sich trägt, deren Freisetzung ihn befähigen können, eine menschenwürdige und weitgehend selbstbestimmte Lebensführung zu praktizieren. Aus dem Blickwinkel der systemisch orientierten Praxis wird der Mensch immer auf dem Hintergrund seines Kontextes und seiner aktuellen Lebensumstände betrachtet. Die Einbindung von Angehörigen, Nachbarn und der weiteren Akteure im Wohnumfeld sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Somit sollen dem Menschen Möglichkeiten der sozialen Interaktion in seiner Umgebung aufgezeigt und für ihn erreichbar gemacht werden. Empowerment und Netzwerkorientierung zählen zu den theoretischen Leitpfeilern unserer Arbeit. Es besteht daher eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren der psychosozialen Versorgungslandschaft im Kreis Recklinghausen und dem östlichen Ruhrgebiet. Im Rahmen unserer Arbeit möchten wir Menschen dazu befähigen, sich einen Platz zu schaffen, an dem der Mensch und seine Bedürfnisse nach Teilhabe und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen können. Dies geschieht stets ohne ein konfessionelles oder weltanschauliches Paradigma. Eine Ausgrenzung aufgrund der Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter oder Religionszugehörigkeit wird in der Westfälischen Praxis strikt abgelehnt und nicht toleriert.